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Türkische Gastarbeiter

Die ersten Türken kamen Mitte des zwanzigsten Jahrhundert nach Deutschland.
Im Deutschland der 1950er Jahre herrschte Wachstum. Wirtschaftlicher Aufschwung und Vollbeschäftigung bescherte den Deutschen viel Arbeit. Da sich jedoch noch viele Männer in Kriegsgefangenschaft befanden, oder im Krieg gefallen waren, standen mehr Arbeitsplätze als Arbeitskräfte zur Verfügung. Besonders Positionen in weniger qualifizierten Arbeitsbereichen, im Montanbereich und an den Fließbändern blieben oft unbesetzt.
Eintönige, schlecht bezahlte oder schmutzige Arbeit zu schlechten Arbeitsbedingungen, wollte niemand erledigen.
Unter Konrad Adenauer wurden zur Lösung des Problems sogenannte Gastarbeiter aus Südeuropa angeworben. Viele Ausländer, unter ihnen auch die türkischstämmigen, nutzen das Angebot und zogen zum Arbeiten nach Deutschland. Geplant waren zu diesem Moment lediglich zeitlich begrenzte Arbeitsaufenthalte.
Aber die Türken blieben, und holten später auch ihre Familien nach.

Die ehemaligen Gastarbeiter und deren Familien wurden im Laufe der Zeit zwar in Deutschland eingebürgert, behielten jedoch auch ihre türkische Staatsbürgerschaft. Mittlerweile erhalten die heute geborenen Nachkommen der 1. Generation sofort die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein Einbürgerungsverfahren ist bei ihnen nicht mehr erforderlich.

Auch heute kommen natürlich noch zahlreiche Türken nach Deutschland. Bei ihnen wird die Einreise und die Aufenthaltserlaubnis jedoch an wirtschaftliche, familiäre, humanitäre und politische Bedingungen geknüpft.
Auch heute wirbt Deutschland ausländische Arbeiter an. Diesmal müssen sie allerdings hochqualifiziert sein. Ansonsten wird eine Einreise aus wirtschaftlichen Gründen schwierig.
Politische Gründe haben meist die zahlreichen Kurden für Ihren Asylantrag gehabt. Wer nachweisen kann, dass er im Herkunftsland politisch verfolgt wird, dem wird in der Bundesrepublik Deutschland Asyl gewährt.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die Türken mit den Alliierten einen Vertrag geschlossen, dass man Minderheiten in Zukunft nicht mehr dulden werde. Den Kurden stand von nun an ein schweres Los bevor. Kurdische Zeitungen wurden von nun an verboten, Bücher vernichtet, und die ethnische Glaubensrichtung nicht mehr toleriert. Laut türkischem Gesetz waren alle Bürger mit türkischem Pass als Türken anzusehen. Ethnische Gruppierungen wurden ignoriert. In den folgenden Jahren kam es daraufhin mehr und mehr zu Aufständen der Kurden, welche in den 1980 Jahren in einem Guerillakrieg zwischen Kurden und dem türkischen Militär endeten.
Viele Menschen starben bei den Unruhen, ganze Dörfer wurden vernichtet.
Viele Zivilisten gerieten zwischen die Fronten und wurden getötet. Viele wurden festgenommen, da ihnen unterstellt wurde, sie würden der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) angehören. Tausende waren auf der Flucht. Die Flüchlingscamps waren überfüllt. Es fehlte an Lebensmittel und Medikamente.
Viele Kurden stellten in diesen Jahren in Deutschland ihren Asylantrag.
Deutsche Türken

Rund 2,8 Millionen der heute in Deutschland lebenden Menschen stammen ihrem Ursprung nach aus der Türkei. Das südosteuropäische Land auf den zwei Kontinenten Asien und Europa, ist das Herkunftsland zahlreicher deutscher Einwohner mit türkischem Migrationshintergrund.